Jana Bauch | Bo Kaap
1908
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Bo Kaap

Bo-Kaap, ein muslimisches Viertel. Um 1760 von asiatischen Kaufleuten und Handwerkern besiedelt, später auch von verschleppten asiatischen Sklaven der Dutch East India Company. Gebe ich BoKaap in eine Suchmaschine ein, erscheinen sofort hunderte Bilder von schönen, bunten Häusern. Bo-Kaap, das bunte Viertel ist eine Touristenattraktion. Aber was  ist eigentlich mit den Menschen, die dort wohnen? Ich gehe durch die Straßen und beobachte. Touristen, die wie eine Horde mechanisierter Roboter die Hauptstraße hoch und runter laufen, geleitet von einem Touristenführer mit Cowboyhut. Aus dem Bus raus, Straße hoch, Straße runter, schnell einige Fotos, wieder in den Bus rein. Stündlich. Immer das Gleiche, immer ähnliche Menschen. Rentner, Sandalen, weiße Socken, Safarihose, Poloshirt oder Hemd, Kappe und Kamera. Männer, die Häuser streichen und Fassaden ausbessern. Fassaden mit vergitterten Fenstern und Türen. Bewohner und Polizei, die mich vor Raubueberfällen warnen. Ich soll nicht alleine rumlaufen und schon gar nicht mit einer Kamera. Kiosk, einkaufen, essen, keine Fotos in Geschäften. Colawerbung, leere Colaflaschen auf den Straßen. Müll und Müllsammler. Autos, viele Autos. Die meisten alt und kaputt, müssen repariert werden. Muslime, Moscheen, Kopftücher, Gewänder und Gebetsgesänge. Schlafende auf dem Bürgersteig. Arbeiter, Bettler und Obdachlose. Spielende Kinder. Plötzlich kommt ein Mädchen auf mich zu, nimmt meine Kamera und läuft weg. Ich fange sie wieder ein, bekomme die Kamera zurück. Der Vater kommt, holt das Mädchen ins Haus. Fenster hinter Gittern. Tür zu.

Date

30. November 2015

Tags
Reportage