Bo-Kaap, ein muslimisches Viertel. Um 1760 von asiatischen Kaufleuten und Handwerkern besiedelt, später auch von verschleppten
asiatischen Sklaven der Dutch East India Company. Gebe ich BoKaap in eine Suchmaschine ein, erscheinen sofort hunderte Bilder von
schönen, bunten Häusern. Bo-Kaap, das bunte Viertel ist eine Touristenattraktion. Mich interessiert, ob es zu den bunten Häusern noch
mehr zu entdecken gibt. Was ist mit den Menschen dort? Ich gehe durch die Straßen und beobachte.

Eine bunte Kulisse.

Touristen, die wie eine Horde mechanisierter Roboter die Hauptstraße hoch und runter laufen, geleitet von einem Touristenfuehrer mit
Cowboyhut. Aus dem Bus raus, Straße hoch, Straße runter, schnell einige Fotos, wieder in den Bus rein. Stuendlich. Immer das Gleiche,
immer ähnliche Menschen. Rentner, Sandalen, weiße Socken, Safarihose, Poloshirt oder Hemd, Kappe und Kamera. Männer, die Häuser
streichen und Fassaden ausbessern. Fassaden mit vergitterten Fenstern und Tueren. Bewohner und Polizei, die mich vor Raubueberfällen
warnen. Ich soll nicht alleine rumlaufen und schon gar nicht mit einer Kamera. Kiosk, einkaufen, essen, keine Fotos in Geschäften.
Colawerbung, leere Colaflaschen auf den Straßen. Muell und Muellsammler. Autos, viele Autos. Die meisten alt und kaputt, muessen re-
pariert werden. Muslime, Moscheen, Kopftuecher, Gewänder und Gebetsgesänge. Schlafende auf dem Buergersteig. Arbeiter, Bettler und
Obdachlose. Spielende Kinder. Plötzlich kommt ein Mädchen auf mich zu, nimmt meine Kamera und läuft weg. Ich fange sie wieder ein,
bekomme meine Kamera zurueck. Der Vater kommt, holt das Mädchen ins Haus. Fenster und Tueren hinter Gittern.