Himba

30 Nov, 2015

 

 

 

 

 

 

 

Opuwo, ein kleines Dorf im Norden Namibias an der Grenze zu Angola. Im Umkreis von 500 km nichts, außer die Wüste des Kaokovelds. Viele Menschen sind auf der Straße, es läuft Radiomusik. Zwischen umherlaufenden Kühen und fahrenden Autos wird gegrillt. Es gibt zwei Tankstellen, ein Gästehaus und zwei Supermärkte, in denen die dort lebenden Herero- und Himbafrauen einkaufen. Daneben stehen Hütten aus Ästen und Tüchern. Es ist ein skurriles Aufeinandertreffen zweier Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Ich reise gemeinsam mit Annika. Wir werden eingeladen eine kleine Siedlung 15 km nördlich der Stadt zu besuchen und treffen dort auf ca. 25 Himba, viele Ziegen, Hunde und Hühner, die neben den Hütten aus Ästen, Lehm, Dung, Wellblech, Folien und Tüchern sitzen. Überlebensprinzip Großfamilie. Vier Frauen mit ihren ca. 20 Kindern und ein Mann. Sein Name ist Uamangua. Als Einziger im Dorf spricht er Englisch.

Die Himba sind die letzten halbnomadischen Jäger und Sammler Namibias. Ihren Reichtum messen sie an der Zahl ihrer Rinder und der Menge des Ernteertrages. Besonders fällt mir die Geschlechterrollenverteilung ins Auge. Den Männern ist es gestattet eine Polygame Ehe zu führen. Im Gegensatz zu den Frauen, deren gesamtes äußeres Erscheinungsbild auf ihren Sozial- und Fruchtbarkeitsstatus abgestimmt ist, sind die Männer westlich gekleidet. Trotzdem wirken die Frauen autonom und selbstbewusst auf mich. Jede Einzelne stolz und an-
mutig, wie eine Königin. Aber wie lange wird es den Himba noch möglich sein das Leben zwischen Tradition und Moderne in der Zukunft fortführen zu können?

Die Samtweberei

25 Jan, 2015

Die Tradition der Seiden- und Samtweberei in Krefeld hat ihren Ursprung im Jahr 1656. Im Zuge der Industrialisierung des frühen 18. Jahrhundert findet ein enormer Wirtschaftsaufschwung der Seidenindustrie statt.  Krefeld wird zu einer wohlhabenden Großstadt. Mit den beiden Weltkriegen im 20. Jahrhundert endet schließlich die Blütezeit.

 

Die von mir fotografierten Räume der alten Samtweberei auf der
Lewerentzstraße waren einst die Fabrikräume der Samt- und
Bandwaren Fabrik ››Scheibler & Co.‹‹ Zu sehen ist ein Rundgang
durch Sheddachhalle, Torhaus und Denkmal. Verlassenes Mobi-
liar steht in teilweise verwahrlosten und heruntergekommenen
Räumen.Nun entstehen durch das Projekt ››Urbane Nachbarschaft Samt-
weberei‹‹ der ››Montag Stiftung Urbande Räume gAG‹‹ neue
Wohn-, Arbeits-, und Gemeinschaftsräume in der leerstehenden
Fabrik. Die alte Samtweberei ist ein wesentlicher Teil der Krefelder
Industriegeschichte, die auf keinen Fall in Vergessenheit geraten
sollte.

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Farbe, ein Zeichen der Freiheit?

2 Dez, 2015

Bo-Kaap, ein muslimisches Viertel. Um 1760 von asiatischen Kaufleuten und Handwerkern besiedelt, später auch von verschleppten
asiatischen Sklaven der Dutch East India Company. Gebe ich BoKaap in eine Suchmaschine ein, erscheinen sofort hunderte Bilder von
schönen, bunten Häusern. Bo-Kaap, das bunte Viertel ist eine Touristenattraktion. Mich interessiert, ob es zu den bunten Häusern noch
mehr zu entdecken gibt. Was ist mit den Menschen dort? Ich gehe durch die Straßen und beobachte.

Eine bunte Kulisse.

Touristen, die wie eine Horde mechanisierter Roboter die Hauptstraße hoch und runter laufen, geleitet von einem Touristenfuehrer mit
Cowboyhut. Aus dem Bus raus, Straße hoch, Straße runter, schnell einige Fotos, wieder in den Bus rein. Stuendlich. Immer das Gleiche,
immer ähnliche Menschen. Rentner, Sandalen, weiße Socken, Safarihose, Poloshirt oder Hemd, Kappe und Kamera. Männer, die Häuser
streichen und Fassaden ausbessern. Fassaden mit vergitterten Fenstern und Tueren. Bewohner und Polizei, die mich vor Raubueberfällen
warnen. Ich soll nicht alleine rumlaufen und schon gar nicht mit einer Kamera. Kiosk, einkaufen, essen, keine Fotos in Geschäften.
Colawerbung, leere Colaflaschen auf den Straßen. Muell und Muellsammler. Autos, viele Autos. Die meisten alt und kaputt, muessen re-
pariert werden. Muslime, Moscheen, Kopftuecher, Gewänder und Gebetsgesänge. Schlafende auf dem Buergersteig. Arbeiter, Bettler und
Obdachlose. Spielende Kinder. Plötzlich kommt ein Mädchen auf mich zu, nimmt meine Kamera und läuft weg. Ich fange sie wieder ein,
bekomme meine Kamera zurueck. Der Vater kommt, holt das Mädchen ins Haus. Fenster und Tueren hinter Gittern.

Landpartie

26 Aug, 2017

Für das Magazin Rheinische Landpartie durfte ich zwölf Bildreportagen der schönsten Ausflugsziele am Niederrhein fotografieren. Außerdem freue ich mich riesig über mein erstes Magazin Cover!